Denkmalschutz ist auch Heimatschutz!

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Auf reges Interesses stieß am Donnerstagabend eine Veranstaltung der AfD-Fraktion in der Landschaftsversammlung Rheinland (LVR) zum Thema Denkmalschutz. Im Kölner Horionhaus des LVR kamen auf Einladung der AfD-Fraktion rund 50 kommunale Mandatsträger sowie interessierte Bürger zusammen, um insbesondere über die Neufassung des NRW-Denkmalschutzgesetzes zu diskutieren. Aussagekräftige Impulsreferate gab es zudem vom bau- und kulturpolitischen Sprecher der AfD-Landtagsfraktion Carlo Clemens, vom „Vater der Frankfurter Altstadt-Rekonstruktion“ Dr. Claus Wolfschlag sowie vom rheinland-pfälzischen Landtagsabgeordneten und Kulturpolitiker Martin Schmidt.

Roter Faden war dabei die Bedeutung des Denkmalschutzes im Allgemeinen und die Novellierung des NRW-Denkmalschutzgesetzes im Besonderen. Letztere steht heftig in der Kritik, da sie die Landschaftsverbände als obere Aufsichtsbehörde aus dem Prozess ausgegliedert hat und nunmehr hauptsächlich die Kommunen alleine über die Belange des Denkmalschutzes entscheiden sollen. Diese Abschaffung des „Vier-Augen-Prinzips“ hätte aber laut Carlo Clemens erhebliche Folgen:

„Die Kommunen sind oft schlecht aufgestellt bei diesem Thema. Es fehlt an Personal und Sachkompetenz.“ Zudem gäbe es vor Ort eine viel größere Gefahr der politischen Einflussnahme, um wirtschaftliche Interessen über die Belange des Denkmalerhalts zu stellen. Genauso wie die Neuregelung des Gesetzes energetische Maßnahmen zum Klimaschutz auch an historischen Gebäuden erlauben würde:

„Fassadendämmungen oder Photovoltaikanlagen haben aber nichts auf denkmalgeschützten Gebäuden zu suchen. Nach den Kriegen des 20. Jahrhunderts und einer Abrisspolitik in der Nachkriegszeit gelten ohnehin nur noch 1,6 % aller Gebäude als schützenswert. Wenigstens diese sollte man bitteschön möglichst weitgehend erhalten und von der linken Bilderstürmerei, auch unter dem Deckmantel der Klimagerechtigkeit, bewahren. Die AfD als Heimatpartei sollte sich deshalb verstärkt um dieses Thema kümmern. Wir bekennen uns zu einem Denkmalschutz ohne Kniefall vor dem linksgrünen Zeitgeist. Das umfasst auch die Bewahrung klassischer Denkmäler, wie z.B. Standbilder und Statuen aus der Preußenzeit. Aber es geht nicht nur um den Erhalt des Alten, sondern auch um die Beachtung traditioneller Baukultur und –formen bei Neubauten.“

Womit Clemens eine hervorragende Überleitung zu einem weiteren Referenten des Abends schaffte: Dr. Claus Wolfschlag, der zusammen dem ebenfalls anwesenden ehemaligen Römer-Abgeordneten Wolfgang Hübner als politischer Initiator der Frankfurter Altstadt-Rekonstruktion gilt. In Frankfurt starteten beide Anfang der 2000er Jahre die initiative, bei einer Neubebauung einiger Straßenzüge der Altstadt auch auf alte Bauformen und die historische Straßenführung zurückzugreifen. Von den 35 Neubauten des Ensembles wurden dann immerhin 15 als historische Rekonstruktionen aus der Zeit der Gotik, Renaissance und bis hin zum Jugendstil ausgeführt. Ein Erfolgsprojekt, das nun jedes Jahr die Touristen in Scharen anlockt und Frankfurt zumindest ein Stück weit sein historisches Gesicht wieder gegeben hat statt nur seeelenloser Stahl- und Betonkonstruktionen, die so überall in der Welt stehen könnten.

Wolfschlag schilderte den Kampf um diese Entscheidung, der von linken Kräften in Politik und Medien mit Angriffen weit unter der Gürtellinie beantwortet wurde, eindringlich. Er persönlich erkläre sich den Hass der Gegenseite mit deren blinden Glauben an das Gute der Moderne. „Sie erachten jede architektonische oder kulturelle Anknüpfung an die Zeit vor der Gründung der Bundesrepublik als Gefahr für ihr ideologisches Weltbild. Vor 1945 kann es für diese Personen nichts Gutes gegeben haben, auch nicht in der Architektur.“

 

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